Stress ist nicht gleich Stress

Eine Situation, die für eine Person belastend ist, muss nicht automatisch von anderen auch so empfunden werden.

Während eines Kongresses in England sollen sowohl ein erfahrener Professor als auch ein Diplomand, der gerade seinen Abschluss gemacht hat, einen Vortrag halten. Die Anforderung ist für beide die gleiche.  Der Professor denkt mit einem Gefühl von Vorfreude an den Kongress. Er hat schon einige Artikel publiziert und Vorträge in Englisch gehalten. Es gab immer positives Feedback und er konnte gute Kontakte knüpfen. Für Ihn stehen der kollegiale Austausch und das Wiedersehen von Freunden im Vordergrund.Für den jungen Absolventen hingegen ist es der erste Fachvortrag. Er macht sich sorgen, dass seine Kenntnisse der englischen Sprache nicht gut genug sein könnten, dass er sich verhaspelt und den roten Faden seines Vortages verliert. Er ist unsicher, was den Ablauf und seine eigenen Fachlichen Kompetenzen betrifft.

Dieses Beispiel verdeutlich: Erst durch die kognitive und Bewertung einer Situation kann sie zu einem potentiellen Stressoren werden. Die emotionale Reaktion auf Reize kann diese zu  Stressoren werden lassen. Dieses ist beispielsweise der Fall, wenn die Situation als wenig kontrollierbar eingeschätzt wird.  Die Betroffenen reagieren mit Angst und Anspannung.

Fazit:

Eine Person wird gestresst wenn sie eine Situation erlebt, in der sie ein Ungleichgewicht zwischen den an sie gestellten Anforderungen und den eigenen Fähigkeiten wahrnimmt. Dabei ist es nicht ausschlaggebend, ob dieses Ungleichgewicht wirklich vorhanden ist.

Die Betroffenen werten ein Versagen in der bedrohlichen Situation als eine Nichterfüllung eigener Ziele und Werte. Der Situation wird viel Bedeutung beigemessen.

Aus: Pohl, E. (2010). Keine Panik vor Blackouts: Wie sie Bewährungsproben meistern. Wiesbaden: Gabler.

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