Stressampel

Die Stressampel

Bildquelle: Kaluza, G. (2011). Stressbewältigung. Springer: Berlin, Heidelberg.


Die Stressampel ist ein Modell zur Erklärung der Komponenten von Stress. Sein Aufbau anhand der drei Ebenen ist leicht verständlich und daher gut geeignet, Menschen zu zeigen, dass Stress aus mehr besteht als nur aus den von außen stammenden belastenden Faktoren.

Die drei Fragen bzw. Aussagen, in die dem Modell zugrunde liegen, lauten:

„Ich gerate in Stress, wenn…“

„Ich setze mich selbst unter Stress, indem…“

„Wenn ich im Stress bin, dann…“.

Diese drei unterschiedlichen Elemente verdeutlichen bereits, dass das Erleben von Stress mehr beinhaltet als nur äußerliche Faktoren. Der zweite Halbsatz bezieht ganz klar das Individuum selbst in das Stressgeschehen und dessen Entstehung mit ein und die letzte Frage verdeutlicht einer Person, die sich mit dem Modell beschäftigt, dass  Stress auch Konsequenzen nach sich zieht.

Diese Fragen, die sich auch für Seminare zur Stressbewältigung gut zum Einstieg eignen, da Teilnehmer so ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse zusammentragen können, bilden gleichzeitig den Aufbau des Ampel-Modells: Es besteht aus ebendiesen drei Komponenten, die im Modell folgende Bezeichnungen erhalten:

1. Stressoren

2. Persönliche Stressverstärker

3. Stressreaktion

 

Zu 1.:

Stressoren wirken von außen auf uns ein. Sie können ganz unterschiedlicher Natur sein und jeder Mensch kann von etwas anderem gestresst werden. Grob lassen sich für Stressoren folgende Kategorien nennen: physikalische, körperliche, Leistungs- sowie soziale Stressoren. Die erste Kategorie, die physikalischen Stressoren, beinhaltet zum Beispiel Hitze oder Lärm – man stelle sich zum Beispiel eine laute Baustelle vor dem Wohnzimmerfenster vor. Körperliche Stressoren beziehen sich beispielsweise auf Schmerzen. Auch Bedürfnisse wie Hunger können belastend wirken. Leistungsstressoren beinhalten Zeitdruck oder Überforderung (wobei hier sowohl die Qualität der Aufgabe als auch die Quantität der zu erledigenden Arbeit gemeint sein kann). Gerade vor Leistungstests geraten viele Menschen in Stress, hier kommt eventuell auch ein Aspekt der letzten Kategorie zum tragen, nämlich die Konkurrenz. Diese zählt zu den sozialen Stressoren, einer Kategorie, die darüber hinaus zum Beispiel auch Isolation oder Trennungen miteinschließt.

Zu 2.:

Persönliche Stressverstärker sind der innere Anteil des Stressgeschehens. Je nachdem, wie Situationen bewertet werden oder welche Motive und Überzeugungen ein Mensch aufweist, können diese zur Stressreaktion beisteuern. Ein Beispiel hierfür wäre ein Mensch, der in allem, was er tut, sehr perfektionistisch ist und sich damit mehr als vielleicht nötig unter Druck setzt. Auch wenn man seine eigenen Grenzen nicht annehmen möchte oder Hilfe von anderen verweigert setzt man sich selbst unter Stress.

Zu 3.:

Die Stressreaktion ist schließlich die Folge der Stressoren. Auch diese umfasst mehrere Aspekte; eine Stressreaktion kann körperlich, auf der Verhaltens- bzw. auf der kognitiv-emotionalen Ebene stattfinden.

Die körperliche Ebene beinhaltet eine Aktivierung, die sich beispielsweise durch verstärkte Muskelspannung oder verstärkten Herzschlag äußert. Dauert die Stresssituation und damit auch diese Aktivierung zu lange an bzw. wiederholen sich Belastungen häufig, so kommt es zu Erschöpfungsreaktionen. Dies kann dann auch längerfristige Folgen haben.

Auf der behavioralen Ebene wird nun das Verhalten, also alles von außen Beobachtbare beschrieben. Hierzu kann Ungeduld, übermäßiges Essen oder Alkoholkonsum oder Medikamenteneinnahme, Aggressivität oder schlecht organisiertes Arbeitsverhalten zählen.

Der letzte Bereich der Kognitionen und Emotionen bezieht sich auf Aspekte, die nicht von außen zu sehen sind, sondern lediglich Gedanken und Gefühle einer Person beinhalten. Hierzu kann unter anderem folgendes zählen: innere Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Versagensangst, Selbstvorwürfe, Grübeln, Black Out, fehlende Konzentration,…

Es kann vorkommen, dass sich die einzelnen Stressreaktionsebenen gegenseitig beeinflussen und sich so verstärken. Auf der anderen Seite können sich diese Ebenen auch positiv beeinflussen; hier liegt gleichzeitig der Ansatzpunkt von Entspannungsübungen, die in erster Linie körperlichen Reaktionen entgegenwirken, die jedoch auch zu emotionaler bzw. kognitiver Entspannung führen können.

Durch die Darstellung in diesem Ampel-Modell können Menschen lernen, dass sie an unterschiedlichen Punkten ansetzen können, um ihrem Stresserleben entgegenzuwirken und so ihr Wohlbefinden erhöhen können.

 

Quelle: Kaluza, G. (2011). Stressbewältigung. Springer: Berlin, Heidelberg.

 

Auch in unserer Präsentation erwies sich die persönliche Beantwortung der oben genannten Fragen („Ich gerate in Stress, wenn…“, „Ich setze mich selbst unter Stress, indem…“ & „Wenn ich im Stress bin, dann…“) durch die Teilnehmer als passender Einstieg.

So konnte zunächst jeder selbst einen Bezug zum Thema herstellen. Darüber hinaus konnten die Antworten der Teilnehmer das Modell selbst dann gut veranschaulichen, da viele Beispiele für die einzelnen Faktoren zusammengetragen werden konnten. Die Teilnehmenden haben also zu ihren individuellen Antworten auf die Fragen nach Stressoren, Stressverstärkern und -reaktionen ein Modell kennengelernt, das ihnen den Zusammenhang zwischen den Faktoren verdeutlicht.


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