Mentales Stressmanagement

Im Folgenden findet ihr die Ziele und auch die Methoden des sogenannten Mentaltrainings

Ziel:

Kurz zusammengefasst hat das mentale Training das Ziel, Denkmuster und Einstellungen zu entwickeln, die förderlich für den Umgang und die Bewältigung von stressigen Situationen sind. Viele gestresste Personen haben die Ansicht, sie müssen alles schaffen, und alle Situationen perfekt meistern. Sollten sie dies dann einmal nicht tun, würde sich das sehr negativ auf das Selbstwertgefühl auswirken. Das mentale Stressmanagement zielt darauf ab solche Denkmuster zu lockern, und langfristig eine flexiblere Bewertung von externen Anforderungen zu ermöglichen.  Gleichzeitig sollen Einstellungen wie eine permanente „Opferrolle“ oder eine zu geringe Frustrationstoleranz durch eine optimistische Selbstwirksamskeitsüberzeugung ersetzt werden. Weiterhin werden diese Einstellungen oft durch eine selektive Wahrnehmung aufrechterhalten und gefördert. Oftmals werden nur negative Aspekte von stressigen Situationen wahrgenommen. Die Wahrnehmung sollte sich jedoch eher auf die positiven Aspekte und Chancen solcher Situationen konzentrieren. Das Ziel des mentalen Trainings besteht hier also darin, die Wahrnehmung auf positive Aspekte und mögliche Folgen zu lenken. Ein weiterer Faktor der Stress verschlimmern kann, ist das „Nicht-wahr-haben-wollen“ solcher Situationen. Dies versucht man durch die Vermittlung einer annehmenden Grundhaltung zu verhindern. Diese Grundhaltung kann bzw. soll auch helfen Bewertungen wie „fürchterlich, schrecklich, peinlich“ – die ebenfalls eine stressverschärfende Wirkung haben – zu lindern. Ein klarer und wichtiger Bestandteil dieses Denkens ist jedoch auch, sich zu vergegenwärtigen, das nicht alles möglich ist, sondern man durchaus an Grenzen stoßen kann! Ein letztes Ziel das hier angesprochen werden soll, ist die Besinnung auf eigene Stärken und Ressourcen. Meist wird man sich in stressigen Situationen nur an vorausgegangene Misserfolge zurückerinnern. Dass dies nicht sonderlich förderlich ist, dürfte logisch sein. Man versucht daher, den Teilnehmern in einem Mentaltraining beizubringen, sich an früheren Erfolgen und Ereignissen, positiven Erfahrungen und auch externen Ressourcen und Unterstützung zu orientieren. Bleibt noch die Frage, wie das ganze geschehen soll!?

Methode:

Die Durchführung eines solchen mentalen Stresstrainings erfolgt in fünf Schritten:

1. Die Rolle von Bewertungen und Einstellungen

Sowohl durch theoretischen Input als auch durch praktische Übungen wird mit den Teilnehmern (unter anderem anhand der Stressampel) die stressverschärfenden und die stressmindernden Wirkungen von Einstellungen, Bewertungen und Denkmustern erarbeitet.

2. Stressverschärfende und förderliche Denkmuster

In diesem Abschnitt lernen die Teilnehmer fünf häufige, stressverschärfende Denkmuster genauer kennen. Hier geht es also zunächst um das „Wie“ des Denkens. Es wird versucht zu vermitteln, dass stets verschiedene Sichtweisen möglich sind, und so werden zu den fünf negativen fünf alternative, positive Denkweisen dargestellt.

3. Förderliche Denkmuster entwickeln

Die Teilnehmer sollen eine große Auswahl an förderlichen Denkmustern erlernen. Daher geht es im dritten Schritt darum wie eine solche Umstellung, von negativen auf positive Denkweisen gelingen kann. Hierzu lernen die Teilnehmer verschiedene Strategien die im Mentaltraining eingesetzt werden kennen, und probieren diese aus. Dazu gehören beispielsweise die Realitätstestung oder das Entkatastrophisieren. Das Ziel dieses Vorgehens besteht darin, dass man so erkennen soll, dass es durch die vorgestellten Strategien tatsächlich möglich ist, mithilfe der positiven, stressvermindernden Denkmuster, die negativen zu ersetzen.

4. Stressverschärfende und förderliche Einstellungen

Ähnlich zum zweiten Schritt, erarbeiten die Teilnehmer hier, die fünf häufigsten persönlichen stressverschärfende Einstellungen. Es geht hier also um das „Was“ des Denkens. Die kennengelernten Stressverstärker werden dann ausführlich bezüglich positiver und negativer Aspekte behandelt, bevor die Teilnehmer anschließend fünf positive und stressmindernde Einstellungen aufstellen.

5. Förderliche Einstellungen verankern

Im letzten Schritt sollen die gefundenen, neuen Einstellungen mit Gefühlen verankert werden. Man geht dabei davon aus, dass durch diese Kombination von Einstellung und Gefühl, die positive Einstellung besser vertreten, also verankert wird, und somit auch wirksamer gegen Stress eingesetzt werden kann. Denn erst wenn man eine solche neue Einstellung auch tatsächlich (gegenüber sich selbst und gegenüber anderen) vertreten kann, man also keinen Widerspruch zwischen Einstellung und dem dabei empfundenen Gefühl mehr empfindet, können die neu erworbenen Einstellungen helfen besser mit Stress umzugehen.

Quelle:

Kaluza, G. (2011). Stressbewältigung: Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung . Heidelberg: Springer.

In der Präsentation während des Blockseminars wurde die Theorie des „Mentalen Stressmanagements“ lediglich kurz mit Hilfe von PowerPoint Folien erklärt, was aufgrund der Zeitbegrenzung nicht in anderer Form möglich war. Alternativ hätte man sich dafür entscheiden müssen nur eine der vier hier vorgestellten Trainingsmodule genauer zu beschrieben. Dies hätte dann wohl eher in interaktiver Form geschehen können. Wir allerdings haben uns dazu entschieden, in Bezug auf diese Trainingsmodule lieber in der „Breite“ als in der „Tiefe“ zu informieren.

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